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Pozuzo, die deutsch-tiroler Kolonie - atambo tours
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Die Straße nach Pozuzo windet sich über den Ticlio Pass, Peru
Fast 5.000 Höhenmeter 
Fantastische Fernsicht am Ticlio Pass, Peru
Fernsicht am Ticlio Pass 
Die alte Holzbrücke mitten im Ort.
Das Wahrzeichen von Pozuzo 
Der Originalbericht von Barons Schütz-Holzhausen
Es war einmal... 
Pozuzo - ein Reisebericht

Nachdem wir die Vororte von Lima hinter uns gelassen haben, geht es steil bergauf. Im bequemen Minibus fahren wir durch wilde Bergschluchten. Schroffe Täler, in die Tiefe stürzende Wasserfälle, Einsamkeit. Wir bestaunen die gewagten Konstruktionen der Eisenbahntrasse. Verrostete Stahlbrücken in Schwindelerregender Höhe. Eine letzte Pause zur Stärkung. Schokolade und Cocatee als Vorbereitung für die Höhe. Ab 4.500 Höhenmeter wird die Luft merklich dünn. Auch der Motor hat seine liebe Mühe. In den Bergflanken hängen die Wolken. Dann öffnet sich das Tal und die Luft wird schlagartig klar. 

Wir sind auf dem Pass. Ein Erinnerungsfoto auf knapp 5.000 Meter Höhe und schon geht es auf der anderen Seite wieder hinab. Jetzt säumen tiefblaue Seen unseren Weg, Bergbausiedlungen und Mienen. Nach einem romantischen Snack am Wegesrand beginnt unsere Fahrt durch die Klimazonen. Mit jeder Stunde wird die Luft feuchter. Die Schwüle des Regenwaldes breitet sich im Bus aus... Man merkt, dass wir nun in den Dschungel fahren.

Am Nachmittag kommen wir in einer kleinen Indianerkommune an. Die Ashaninca haben bis vor wenigen Jahren sehr isoliert tief im Regenwald gelebt. Dort haben sie ihre alten Traditionen und Lebensweisen erhalten. Nun sind sie wieder in ihre alten Stammesgebiete gezogen und haben sich Besuchern geöffnet. Aufgrund der abgelegenen Lage abseits der üblichen Touristenrouten verirren sich lediglich einige peruanische Besucher hierher. Entsprechend naiv muten die Bemühungen der Ashaninca an, den Erwartungen der Touristen gerecht zu werten. Zur Begrüßung wird man in der Stammestracht eingekleidet und dann gibt es ein gemeinsames Tänzchen. Zum Abschluss darf man dann kleine handwerkliche Produkte erwerben.

Wir amüsieren uns gemeinsam, dann sprechen wir aber gezielt eine ältere Frau aus dem Dorf an, dass wir sie wirklich kennen lernen wollen. Sie ist einen Moment überrascht, dann aber hocherfreut. Voller Stolz führt sie uns in einen anderen Teil des Dorfes. Hier sehen wir die einfache Lebensweise und das auch teilweise rauhe Leben der Menschen - ohne Touristenklimbim. Man erklärt uns verschiedene Heilpflanzen und die Kinder bewundern ein Faultier mit Jungtier, welches in der Versammlungshütte an der Decke hängt. Die haben viel Vergnügen dabei unserem Sohn Henrik dabei zuzusehen, wie er sich bemüht, mit Pfeil- und Bogen umzugehen. Wir verlassen die Kommune und setzen unsere Fahrt durch Villa Rica fort. Die dortige Kooperative erzeugt den weltweit viel beachteten Villa Rica Kaffee. Wir erfahren viel über fairen Kaffeehandel und sind erstaunt über das hohe ökologische Selbstverständnis der Bauern. Am Ende des Tages fallen wir erschöpft aber voller Eindrücke in unsere bequemen Betten in Oxapampa.

  

Der Yanachaga-Chemillien Nationalpark in Peru
Yanachaga-Chemillien 
Bauern bei der Rocotto-Ernte
Rocottoernte 
Besuch im Einsiedlerhof in Pozuzo
Besuch im Einsiedlerhof 
Abenteuerausflug mit dem örtlichen Nahverkehrsmittel in Pozuzo, Peru
Öffentlicher Nahverkehr 

Wir werden von den Hähnen geweckt und nach einem kräftigen Bauernfrühstück geht es dann weiter durch den Bergurwald von Yanachage-Chemillen. Unten im Tal tobt gefährlich der Fluss Huancabamba. Um uns herum überall dichte Urwaldvegetation nur von Wasserfällen unterbrochen. Unterwegs halten wir an und dann geht es zu Fuß in den Wald. Der Nationalpark unterliegt der strengsten Kontrollkategorie. Der Primärwald soll naturbelassen bleiben. Selbst die Zeiten, in denen die Parkwächter den Wald durchstreifen und deren Routen sind streng limitiert. Wir werden von einem erfahrenen Ranger begleitet, der uns zahlreiche exotische Pflanzen zeigt. Ein erstaunlich bequemer Spaziergang führt uns hinunter ins Tal an den reißenden Fluss. Das habe ich mir ehrlich gesagt, anstrengender vorgestellt. Später werden wir vom Auto wieder abgeholt und die Fahrt durch das satte Grün geht weiter. Am Ende unserer Fahrt öffnet sich das Tal und man wähnt sich wie in einem Traum. Grüne Wiesen, Almhütten, blauer Himmel. Willkommen in Tirol. Ein Witz? 

Am 16. März 1857 gingen rund 300 Auswanderer aus Tirol und aus dem Rheinland an Bord des Segelschiffes "Norton". Sie folgten den Verlockungen des Barons Schütz-Holzhausen und machten sich auf den Weg ins verheißene Land Peru. Als sie nach Ihrer Überfahrt das Festland erreichten, war ihre Reise jedoch noch nicht zu Ende. Sie benötigten mehr als 2 harte Jahre um den undurchdringbaren Urwald bis an den Rio Pozuzo zu überwinden. Nur die Hälfte der Auswanderer überlebte die Wanderung. Sie kamen am 26. Juli 1859 an und gründeten die Siedlung Pozuzo.

Nach harten Gründungsjahren erlebte der Ort einen rasanten Aufschwung durch die internationale Nachfrage nach Kokain für medizinische Zwecke. Nachdem die Arznei aber zunehmend international geächtet wurde und auch die letzte Fabrik geschlossen wurde, geriet der Ort in Vergessenheit.

Die schwere Zugänglichkeit der Gegend isolierte dieses ungewöhnliche Völkchen bis Mitte der 70er Jahre. Erst 1976 wurde die Piste bis nach Pozuzo fertig gestellt. Doch auch die ist in der Regenzeit von Dezember bis April manchmal nicht passierbar. Dann ist Pozuzo wieder vollständig isoliert.

Unser Besuch in Pozuzo fühlt sich an wie eine Zeitreise in unsere eigene Vergangenheit. Wir wandern zu abgelegenen Bauernhöfen, wo wir mit großer Gastfreundschaft empfangen werden. Die Bäuerin serviert und selbstgebackenen Bananenstrudel. Dazu gibt es frischen Kaffee und süßes Brot mit leckerer Butter. Wer möchte, dreht sich aus naturbelassenen Tabakblättern eine "Puro". So nennen die Leute hier ihre kleinen starken dunklen Zigarren. Unser Führer kommt aus dem Ort uns sein Deutsch hat noch den uralten Tiroler Dialekt, den seine ausgewanderten Vorfahren mitgebracht haben. Er führt uns herum und zeigt uns die ganzen Pflanzen und Tiere. Henrik, mit sieben Jahren unser jüngster Mitreisender, ist ganz fasziniert davon, dass das Fruchtfleisch der Kakaopflanze weiß ist und so lecker schmeckt.

 

Brauchtum wird gepflegt in einer der isoliertesten deutschen Kolonie.
Tiroler Brauchtum in Peru 
Auf dem Weg nach Pozuzo, Peru
Der Weg nach Pozuzo 
Eine alte Zuckerrohrpresse in Pozuzo
Zuckerrohrpresse 
Ein altes Bauernhaus in Pozuzo, Peru
Altes Bauernhaus 

Nach einem weiteren erlebnisreichen Tag kommen wir am Feuer unserer kleinen "Tiroler" Pension zur Ruhe. Wenn die Steine in der Glut heiß genug sind, werden die Burschen aus dem Dorf ein Loch graben und diese dort hineinlegen. Dann kommt Fleisch und Gemüse darauf. Am Ende wird alles mit Bananenblättern abgedeckt und kocht im Erdofen vor sich hin. Diese Methode haben die Leute von den Indianern des umgebenden Dschungels übernommen. Wir sind sehr froh darüber, denn es schmeckt köstlich. 

Pozuzo ist die ideale Ausgangsbasis, wenn man ein Trekking abseits der ausgetretenen Touristenpfade machen möchte. Bevor es losgeht, ruhen wir uns noch zwei Tage aus. Die einen gehen Goldwaschen und Grillen am Fluss, die anderen liegen einfach faul am Pool. Wer zuviel Energie hat, unternimmt noch einen Ausflug in den Nationalpark. Der letzte Tag beginnt dann sehr früh für uns. Noch vor dem Sonnenaufgang hilft uns ein kräftiges Frühstück, wach zu werden. Der Jeep wartet schon, der uns bis nach Malpaso bringt. Von der Hängebrücke aus geht es nur noch zu Fuß weiter. Das Gepäck und die Kinder sind sicher auf Maultiere verstaut.

Unsere Route wird uns in drei Tagen über die Andenflanke nach Huanuco führen, von wo wir weiter ins Amazonasbecken fahren können.

Doch mein Bericht endet hier, denn das ist eine andere Geschichte.

Weitere Informationen und Eindrücke aus Pozuzo:

www.pozuzo.de

Schauen Sie sich auch unser Aussteiger-Paket in Pozuzo an. Im Menü Programme.


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